Bodengare

Als Bodengare wird in der Landwirtschaft der Idealzustand eines fruchtbaren Bodens bezeichnet, das heißt, dass der „optimale physikalische, chemische und biologische Zustand der Ackerkrume erreicht wird.

Das Wort ‘Gare’ ist verwandt mit ‘garen’ und ‘gar’; alle diese Wörter bezeichnen ursprünglich das Fertig- und Nutzbarmachen. Ein garer Boden ist krümelig, humos, gut durchlüftet, ausreichend feucht und leicht durchwurzelbar. Er zeichnet sich durch ein stabiles, belastbares Gefüge aus, das mit der Spatendiagnose erkannt werden kann. Ein garer Boden enthält viele kleine und mittlere Hohlräume, die sogenannten Bodenporen, die der Luftführung und Wasserspeicherung dienen. Wie ein Schwamm kann dieser Boden z. B. Niederschläge aufsaugen und Überschüsse ins Grundwasser ableiten.

Eine derart optimale Bodenstruktur wird als Krümelstruktur bezeichnet. Die im Boden lebenden Organismen (Bakterien, Würmer, Insekten, Pilze insb. Mykorrhiza und andere Klein- und Kleinstlebewesen), die das Mikroklima des Bodens beeinflussen, sind einerseits auf einen guten Luftaustausch angewiesen. Andrerseits sind es aber auch die Bodenlebewesen, die durch ihre Tätigkeit genau diese Bodenstruktur hervorrufen bzw. herstellen. So fressen zum Beispiel Regenwürmer organisches Material und scheiden eine äußerst fruchtbare Mischung aus organischem und anorganischem Material wieder als Kot aus. Die Krümelstruktur ist daher Voraussetzung und auch Folge einer arten- und individuenreichen Organismenpopulation. Die Krümelstruktur und damit die Bodengare infolge können durch falsches Bearbeiten, z. B. Abtöten der Bodenlebewesen, Verdichten mit schwerem Gerät, übermäßiges Pflügen, ständiges Begehen oder durch starke Niederschläge zerstört werden.