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Johannisbeertrieblaus

Büschel von deformierten Blättern an den Triebspitzen; innerhalb der Blattbüschel befinden sich die Blattlauskolonien; Blattläuse sind dunkel blaugrün gefärbt

Steckbrief

Lateinischer Name / ErregerAphis schneideri
ErregertypSchädling (Insekt/Milbe)
Betroffene PflanzenSchwarze und rote Johannisbeere

Symptome

Befallene Triebe sind stark deformiert, gestaucht und verdreht . An den Triebspitzen bilden sich Büschel entstellter Blätter, wobei jedes Blatt an seinem Ansatzpunkt am Blattstiel charakteristisch nach unten gebogen ist. Diese Blätter bleiben grün. Innerhalb der Blattbüschel befinden sich dichte Blattlauskolonien , die Honigtau ausscheiden. Die Triebläuse werden gerne von Ameisen besucht.
Aphis schneideri ist als Überträger des Stachelbeer-Nervenbandmosaik-Virus (gooseberry veinbanding virus) bekannt (Lampel und Meier 2007).

Ursachen / begünstigende Bedingungen

Aphis schneideri überwintert als Ei auf Ribes-Arten. Die flügellosen Stammmütter (Fundatrix) schlüpfen im Frühjahr aus den Eiern und besiedeln zunächst die Blütenstände. Später bilden sich dichte Kolonien an den Spitzen der jungen Triebe. Ende Frühling entstehen die geflügelten Formen, die sich dann auf Johannisbeerpflanzen weiter ausbreiten. Die flügellosen Nachkommen dieser Migranten vermehren sich bis zum Herbst weiter. Dann entstehen die geschlechtlichen Formen und die Weibchen legen ihre Eier an den Trieben ab, die dort bis zum nächsten Frühjahr bleiben.

Bekämpfung / Gegenmaßnahmen

Keine übermässige Stickstoffdüngung
Nützlinge fördern und schonen (Ausbringung von Nützlingen siehe biocontrol.ch)
Stark befallene Blattbüschel entfernen
Biologischer Landbau: Direkte Bekämpfung der Triebläuse mit Neem-Extrakt-Präparaten, Fettsäuren (Kaliseife oder Schmierseife) oder Rapsöl. Anwendung bevor eine Trieb- und Blattdeformation auftritt (erhältlich zum Beispiel bei biocontrol.ch). Siehe auch Betriebsmittelliste für den biologischen Landbau in der Schweiz.
Zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen die Johannisbeertrieblaus finden sie für die Schweiz unter BLW Pflanzenschutzmittelverzeichnis; für Deutschland in der online Datenbank des BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) und für Österreich im Verzeichnis der zugelassenen Pflanzenschutzmittel