Blattläuse an den oberen Stängelpartien und Blütenanlagen;Blattläuse scheiden zuckerhaltigen Honigtau aus, der von Russtaupilzen besiedelt wird
Steckbrief
| Lateinischer Name / Erreger | Aphis fabae |
|---|---|
| Erregertyp | Schädling (Insekt/Milbe) |
| Betroffene Pflanzen | Bohnen |
Symptome
Mit Beginn der Blüte vermehren sich die Bohnenblattläuse an den oberen Stängelpartien und überziehen bald darauf den gesamten oberen Haupttrieb und die Blütenanlagen . Die Blattläuse scheiden zuckerhaltigen Honigtau aus, der sich auf den unteren Blättern absetzt und rasch von Russtaupilzen besiedelt wird. Durch die Saugtätigkeit wird das Triebwachstum gehemmt, Blüten und jungen Hülsen verkümmern. Feldränder werden bevorzugt besiedelt.
Schadwirkung: Die Schwarzen Bohnenblattläuse verursachen in erster Linie einen direkten Saugschaden und die zuckerhaltigen Ausscheidungen (Honigtau) können die Photosynthese der Ackerbohnen beeinträchtigen. Honigtau führt zu einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber der Schokoladen-Fleckenkrankheit (Botrytis fabae) (Heitefuss et al. 1993). Die Bohnenblattlaus kann das Bohnengelbmosaikvirus (BYMV, bean yellow mosaic virus), aber nicht das Blattrollvirus (BLRV, bean leaf roll virus) übertragen.
Ursachen / begünstigende Bedingungen
Die Schwarze Bohnen- oder Rübenblattlaus überwintert im Eistadium auf dem Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) oder auf dem Schneeball (Viburnum opulus) (Dubnik 1991). Im Frühjahr, ab April, schlüpft die Stammmutter (Fundatrix). Die Entwicklung zur erwachsenen Laus (Imago) dauert je nach Witterung mehrere Wochen. Die Läuse bilden auf dem Winterwirt drei bis vier ungeschlechtliche Generationen, wobei bereits die erste Generation geflügelte Wanderläuse enthalten kann. Später entstehen immer mehr geflügelte Tiere, die Ende April bis Anfang Mai zunächst auf verschiedene Unkräuter (zum Beispiel Melde) abwandern. Später besiedeln sie auch Ackerbohnen oder Rüben, beginnen dort mit der Nahrungsaufnahme und vermehren sich ungeschlechtlich weiter. Trockenes, warmes Wetter führt zu einer raschen Vermehrung der ungeflügelten Weibchen (Exsules), so dass sich in kurzer Zeit grosse Blattlauskolonien bilden. Ab Mitte Juni treten auch geflügelte Läuse auf, die neue Pflanzen im Bestand befallen und neue Kolonien bilden können.
Im Herbst fliegen die geflügelten Weibchen (Gynoparen) zum Winterwirt und setzen dort ungeflügelte weibliche Geschlechtstiere (Oviparen) ab. Diese werden von nachfolgenden Männchen ("Brüdern" der Gynoparen) begattet. Die Oviparen wandern als Imagines zu den Zweigen und legen jeweils etwa vier Eier an die Knospen, Astlöcher oder in Rindenrisse.
Vorbeugung
Ein gut vorbereitetes Saatbett fördert eine schnelle Entwicklung der Ackerbohnen.
Eine frühe Aussaat verhindert weitgehend einen grösseren Schaden, weil dann die empfindliche Wachstumsphase zum Zeitpunkt des Blattlausbefalls bereits abgeschlossen ist.
Förderung der natürlichen Feinde der Blattläuse wie Marienkäfer, Schlupfwespen, Larven von Schwebfliegen, Florfliegen sowie Pilzkrankheiten (Häni et al. 2008).
Bei der Neuanlage von Hecken sollten Sträucher wie Schneeball und Pfaffenhütchen nicht zu häufig verwenden (Winterwirte der Schwarzen Bohnen- oder Rübenlaus).
Für die Schweiz gilt folgende Bekämpfungsschwelle: Ab Stadium 61 (Beginn Blüte) 40-60 % der Pflanzen mit Blattlauskolonien (Agridea, Datenblätter Ackerbau). Meistens genügt eine Behandlung der Feldränder.
Empfohlene und zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen die Schwarze Bohnenblattlaus finden Sie für die Schweiz im BLW Pflanzenschutzmittelverzeichnis (Bundesamt für Landwirtschaft); für Deutschland in der online Datenbank des BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) und für Österreich im Pflanzenschutzmittelregister des BAES (Bundesamt für Ernährungssicherheit). Nützlinge schonende Insektizide einsetzen!